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Cornelia Müller : Linguistin
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Arbeitsgebiete
Im Zentrum meines Interesses liegen pragmatische Aspekte der Semantik (kognitive
und linguistische Metapherntheorien) sowie semantische, grammatische und interaktionslogische
Aspekte der Pragmatik. Die Schnittstelle von Semantik, Pragmatik und Grammatik
war ein Schwerpunkt meines Buches (
Redebegleitende
Gesten. Kulturgeschichte Theorie Sprachvergleich). Metapherntheorie
an den Schnittstellen von Semantik, Pragmatik und Kognition war Gegenstand meines
zweiten Buches (
Metaphors
Dead and Alive, Sleeping and Waking. A cognitive approach to metaphors
in language use).
Ausgangspunkt meiner Arbeiten ist überwiegend die gesprochene Sprache in
ihrer multimodalen Verfaßtheit. Die Phänomene werden mit gesprächsanalytischen
Methoden erschlossen und auf systemlinguistische Fragen und psychologische Realität
hin untersucht (sprachtypologische Variation, Aktivierung von Metaphorizität
im Gebrauch, Verhältnis von Gebrauch und System). Die Arbeit mit gesprochener
Sprache wird ergänzt durch die Analyse von Zeitungstexten und Beispieltexten
aus wissenschaftlichen Handbüchern. Dabei verbindet sich die Analyse verschiedener
Formen der Gegenwartssprache mit theoretischen Fragen, etwa der aktiven Metaphorizität
so genannter toter Metaphern der Alltagssprache oder dem Verhältnis
von Gebrauch und System (Metaphern als ein Phänomen des Gebrauchs oder
des Systems) oder dem Einfluss sprachtypologischer Variation auf die Orientierung
des Denkens (Thinking for Speaking and Gesturing) während des
Sprechens.
Aktuelle Forschungsgebiete umfassen zudem die Grammatik redebegleitender Gesten mit ihren neuro-kognitiven und evolutionären Grundlagen. Diese Forschung zielt auf drei Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften: Evolution, und neuronale Grundlagen und die Multimodalität von Sprache.
Gemeinsam mit Ellen Fricke, Katja Liebal und Hedda Lausberg leite ich das (von der VW-Stiftung geförderte) Forschungsprojekt "Towards a Grammar of Gesture: Evolution, Brain, and Linguistic Structures" (togog), in dem wir diesen Fragen nachgehen. Zudem habe ich mit Ellen Fricke und Hedda Lausberg das "Berlin Gesture Center" (BGC) gegründet, das interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung und Lehre zu gestenbezogenen Themen mit praxisbezogener Ausbildung und Beratung verbindet. Seit 2000 gebe ich mit Adam Kendon die Zeitschrift "GESTURE" heraus, die seit 2007 durch eine Buchreihe ergänzt wird.
Ein weiteres Arbeitsfeld bilden Untersuchungen zum Sprachgebrauch bezogen auf
soziale und kulturelle Phänomene, insbesondere Sprachgebrauchskritik. Themen
sind u.a. das seit der Antike bestehende Primat der Sprache im Verhältnis
zu körperlichen Elementen mündlicher Kommunikation, sowie die Wechselwirkung
von Sprache und Tabuisierung. Schließlich beschäftige ich mich seit
mehreren Jahren im Rahmen einer Arbeitsgruppe am Institut für Deutsche
Sprache (Mannheim) mit dem Problem der Multimodalität von Sprache in der
sozialen Interaktion.
Zu meinen Veröffentlichungen zählen Artikel über die Gestenanalyse
bei menschlichen und nicht-menschlichen Primaten, den Zusammenhang von Metaphern,
Gesten und Denken, die fundamentale Rolle der körperlichen Herstellung
von Interaktionsräumen für die Kommunikation, die Analyse einzelner
Gestentypen, die kulturelle Variation des Gestenraums, die Kulturgeschichte
des Gestengebrauchs in Europa, die
Geschichte
der International Society for Gesture Studies (ISGS), und eine Kurzbiographie
des Ehrenpräsidenten der Gesellschaft,
Adam
Kendon.
Togog linguistische Gestenforschung an der Schnittstelle von Geistes- und Naturwissenschaften
Togog: "Towards a grammar of gesture: evolution, brain, and linguistic structures" ein interdisziplinäres Forschungsprojekt (gefördert mit 975.000 Euro von der
VolkswagenStiftung) widmet sich aktuellen Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften aus kognitiv-linguistischer, semiotischer, primatologischer und neurowissenschatlicher Sicht.
"Togog" untersucht die
Multimodalität von Sprache
Kognitive Linguistik, Semiotik
Evolution von Sprache
Primatologie, Kognitive Linguistik, Semiotik
Neuronalen Grundlagen redebegleitender Gesten
Neurowissenschaften / Kognitive Linguistik / Semiotik
(Projektleitung: Prof. Dr. C. Müller, Dr. med. Hedda Lausberg, Dr. Katja Liebal, Dr. habil Ellen Fricke)
Theorie und Analyse multimodaler Metaphern
Metaphernbildung als dynamischer, kognitiver und interaktiver Prozess, der die Erfahrungsqualitäten der Bildspendebereiche im Sprachgebrauch evoziert. Durch die kognitive Mikroanalyse multimodaler Metaphernbildung in Rede und Geste oder Text und Bild wird u.a. die sequentiell strukturierte affektive Tönung der Metaphern empirisch rekonstruierbar. Dazu kürzlich erschienen (2008):
Metaphors Dead and Alive, Sleeping and Waking. A Dynamic View.
University of Chicago Press
What gestures reveal about the nature of metaphor. In: A. Cienki & C. Müller (eds.) Metaphor and Gesture. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins.
Cienki, A, & Müller, C.: Metaphor, gesture and thought. In Gibbs, R. W. (ed.) Cambridge handbook of metaphor and thought. Cambridge: Cambridge University Press.
Sprache und Gestik der Alexithymie
Leiter/innen des Projekts: Gisela Klann-Delius, Cornelia Müller
Gegenstand dieses Forschungsprojekts ist die multimodale Kommunikation sogenannter gefühlsblinder Patienten. Hier wird untersucht, ob und wie sich Alexithymie im Wortschatz im Sprachgebrauch und in der Gestik ausdrückt. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Projekt "Neurophysiologie und Psychometrie zur Erfassung von Alexithymie" (Projektleitung Prof. Dr. med. I. Heuser) durchgeführt. Beide Projekte werden durch den
Exzellenzcluster Languages of Emotion gefördert.
"Gesture Studies" ein interdisziplinäres Forschungsfeld
Gründung einer Internationalen Gesellschaft (1998). Seither 4 internationale Konferenzen (Porto 2000, Austin 2003, Lyon 2005, Chicago 2007, www.gesturestudies.com), die nächste wird 2010 and der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder mit dem Thema "Towards a grammar of gestures: evolution, brain, linguistic structures" stattfinden (
Gesture Studies,
"Togog").
Gründung und Herausgabe einer internationalen Zeitschrift an den Schnittstellen von Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften
"Gesture" (gemeinsam mit Adam Kendon, seit 2000).
WICHTIG: "Gesture" wurde in den Social Science Citation Index (früher ISI) aufgenommen. Artikel, die in Gesture erscheinen, erhalten damit den in den Naturwissenschaften unerläßlichen impact factor für Publikationen.
Gründung und Herausgabe einer Buchreihe "Gesture Studies". Erschienen sind bereits:
Gesture and the Dynamic Dimension of Language Hgg. S. Duncan, J. Cassell, E. Levy (2007)
Metaphor and Gesture Hgg. A. Cienki, C. Müller (2008)